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Tennessee

Tenesmus verstehen: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Einführung

Tenesmus ist ein medizinischer Begriff, der das Gefühl unvollständiger Entleerung oder den Drang zum Stuhlgang trotz leerem Darm beschreibt. Dieses unangenehme und manchmal schmerzhafte Gefühl kann durch eine Vielzahl von Erkrankungen verursacht werden, von Magen-Darm-Störungen bis hin zu Infektionen. Das Verständnis der möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Tenesmus ist für die Behandlung dieses belastenden Zustands unerlässlich. In diesem Artikel werden die häufigsten und weniger häufigen Ursachen von Tenesmus untersucht, wie er diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Linderung zur Verfügung stehen.

Was verursacht Tenesmus?

Tenesmus kann durch eine Reihe von gastrointestinalen, neurologischen und entzündlichen Erkrankungen verursacht werden. Häufige Ursachen sind:

1. Gastrointestinale Erkrankungen

  • Entzündliche Darmerkrankung (IBD): Krankheiten wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verursachen eine Entzündung des Darms, die zu Symptomen wie Tenesmus, Bauchschmerzen und Durchfall führt.
  • Reizdarmsyndrom (IBS): Das Reizdarmsyndrom ist eine häufige Verdauungsstörung, die eine Reihe von Symptomen hervorrufen kann, darunter Tenesmus, Blähungen und abwechselnd Durchfall und Verstopfung.
  • Magengrippe: Entzündungen des Magens und des Darms aufgrund von Infektionen (bakteriell, viral oder parasitär) können zu Tenesmus sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.
  • Darmkrebs: Dickdarm- oder Mastdarmkrebs kann Tenesmus verursachen, insbesondere wenn der Tumor den Stuhlgang blockiert.

2. Neurologische Störungen

  • Rückenmarksverletzungen: Eine Schädigung des Rückenmarks kann die Nerven beeinträchtigen, die den Stuhlgang steuern, und zu Tenesmus oder dem Gefühl einer unvollständigen Entleerung führen.
  • Parkinson-Krankheit: Diese fortschreitende neurologische Erkrankung kann die Darmfunktion beeinträchtigen und Symptome wie Tenesmus, Verstopfung und Probleme bei der Kontrolle des Stuhlgangs verursachen.

3. Infektionen und Entzündungen

  • Rektale oder anale Infektionen: Infektionen im Rektum oder Anus, wie etwa sexuell übertragbare Infektionen (STIs) oder Proktitis, können Reizungen und Tenesmus verursachen.
  • Proktitis: Eine Entzündung der Rektumschleimhaut, die häufig durch Infektionen oder Strahlentherapie verursacht wird, kann zu einem ständigen Stuhldrang führen.

4. Psychologische Ursachen

  • Stress und Angst: Psychischer Stress kann die Darmfunktion beeinträchtigen und möglicherweise Tenesmen als Teil der Stressreaktion des Körpers verursachen.
  • Psychosomatische Störungen: Psychische Erkrankungen können zum Tenesmus beitragen oder ihn verstärken, auch wenn kein physischer Darmverschluss oder keine Darmentzündung vorliegt.

5. Rektal- oder Beckenbodenstörungen

  • Beckenbodenfunktionsstörung: Erkrankungen der Beckenbodenmuskulatur können zu Schwierigkeiten beim Stuhlgang führen und Tenesmen oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung verursachen.

Zugehörige Symptome

Tenesmus tritt häufig zusammen mit anderen Symptomen auf, die bei der Identifizierung der zugrunde liegenden Ursache helfen können. Dazu können gehören:

  • Bauchschmerzen oder Krämpfe
  • Blutiger oder schleimiger Stuhl
  • Häufiger Durchfall oder Verstopfung
  • Rektale Blutungen oder Beschwerden
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Stuhldrang ohne Stuhlproduktion
  • Müdigkeit oder Gewichtsverlust (bei IBD oder Krebs)

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten

Bei anhaltendem oder starkem Tenesmus sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, insbesondere wenn dieser von den folgenden Symptomen begleitet wird:

  • Unerklärlicher Gewichtsverlust oder Müdigkeit
  • Blut im Stuhl oder rektale Blutung
  • Starke Bauchschmerzen oder Krämpfe
  • Unerklärliche Veränderungen der Stuhlgewohnheiten (z. B. Durchfall, Verstopfung)
  • Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Stuhlgang
  • Fieber oder Anzeichen einer Infektion

Diagnose von Tenesmus

Um die Ursache des Tenesmus zu ermitteln, führen Ärzte in der Regel eine umfassende Untersuchung durch. Zu den üblichen Diagnoseschritten gehören:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird Ihren Bauch- und Rektalbereich auf Anzeichen von Druckempfindlichkeit, Schwellung oder abnormaler Masse untersuchen.
  • Bluttests: Um nach Anzeichen einer Infektion, Entzündung oder Anämie zu suchen, können Blutuntersuchungen angeordnet werden.
  • Stuhltests: Stuhlproben können auf Infektionen, Parasiten oder Blut im Stuhl untersucht werden.
  • Darmspiegelung: Bei einer Koloskopie kann der Arzt den Dickdarm und den Mastdarm visuell auf Anzeichen von IBD, Krebs oder anderen Anomalien untersuchen.
  • CT- oder MRT-Scans: Bildgebende Untersuchungen können dabei helfen, die Bauch- und Beckenorgane auf Tumore, Entzündungen oder strukturelle Probleme zu untersuchen.
  • Proktoskopie: Ein Verfahren, bei dem ein kleiner Schlauch mit einer Kamera in das Rektum eingeführt wird, um die Auskleidung des Rektums auf Anzeichen einer Entzündung oder Infektion zu untersuchen.

Behandlungsmöglichkeiten für Tenesmus

Die Behandlung von Tenesmus hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Mögliche Behandlungsmöglichkeiten sind:

1. Medikamente

  • Entzündungshemmende Medikamente: Bei Erkrankungen wie IBD oder Proktitis können entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide verschrieben werden, um die Entzündung zu lindern.
  • Antibiotika: Bei Infektionen, die Tenesmus verursachen, können Antibiotika zur Behandlung bakterieller oder parasitärer Infektionen erforderlich sein.
  • Krampflösende Medikamente: Medikamente, die Muskelkrämpfe im Darm oder Rektum lindern, können bei Tenesmus Linderung verschaffen.
  • Abführmittel oder Stuhlweichmacher: Wenn Verstopfung oder eine Funktionsstörung des Beckenbodens zum Tenesmus beitragen, können Stuhlweichmacher oder milde Abführmittel empfohlen werden.
  • Probiotika: Bei manchen Menschen können Probiotika dabei helfen, das Gleichgewicht der Darmbakterien wiederherzustellen und so die Symptome von IBD oder IBS zu lindern.

2. Ernährungsumstellung

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Eine ballaststoffreiche Ernährung kann bei Personen mit Reizdarmsyndrom oder anderen Magen-Darm-Erkrankungen Verstopfung lindern und die Darmfunktion verbessern.
  • Reizstoffe vermeiden: Das Vermeiden von Nahrungsmitteln, die Magen-Darm-Beschwerden auslösen, wie etwa scharfe Speisen oder Koffein, kann zur Linderung von Tenesmus beitragen.

3. Änderungen des Lebensstils

  • Stressbewältigung: Das Erlernen von Entspannungstechniken wie tiefer Atmung, Yoga oder Meditation kann bei der Stressbewältigung und der Linderung von angstbedingtem Tenesmus helfen.
  • Beckenbodenübungen: Die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur durch Übungen wie Kegelübungen kann die Darmkontrolle bei Personen mit Beckenbodenfunktionsstörungen verbessern.

4. Chirurgie

  • Kolorektale Chirurgie: In schweren Fällen von Dickdarmkrebs, IBD oder Proktitis kann eine Operation erforderlich sein, um geschädigte Teile des Dickdarms oder Mastdarms zu entfernen.

Mythen und Fakten über Tenesmus

Mythos 1: „Tenesmus wird immer durch eine ernste Krankheit wie Krebs verursacht.“

Tatsache: Tenesmus kann zwar ein Symptom von Krebs sein, wird aber häufiger durch Erkrankungen wie IBD, IBS oder Infektionen verursacht, die behandelbar sind.

Mythos 2: „Tenesmus kann ausschließlich mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden.“

Tatsache: Zwar können rezeptfreie Medikamente eine gewisse Linderung verschaffen, doch sollte anhaltender Tenesmus von einem Arzt untersucht werden, um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln und Komplikationen vorzubeugen.

Komplikationen bei Ignorierung von Tenesmus

Unbehandelt kann Tenesmus zu Komplikationen führen, beispielsweise:

  • Verschlechterung zugrunde liegender Magen-Darm-Erkrankungen wie IBD oder Krebs
  • Dehydration aufgrund anhaltenden Durchfalls
  • Starke Beschwerden und eingeschränkte Lebensqualität
  • Unbehandelte Funktionsstörungen des Beckenbodens

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

1. Was ist der Unterschied zwischen Tenesmus und Verstopfung?

Tenesmus ist das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung oder des Drangs zum Stuhlgang, während Verstopfung sich auf seltenen, schwierigen oder schmerzhaften Stuhlgang bezieht.

2. Kann Tenesmus durch Stress verursacht werden?

Ja, Stress und Angst können zu gastrointestinalen Symptomen, einschließlich Tenesmus, beitragen, insbesondere bei Personen mit Reizdarmsyndrom oder anderen gastrointestinalen Erkrankungen.

3. Wie lange dauert der Tenesmus?

Die Dauer des Tenesmus hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei Infektionen oder Stress kann er vorübergehend sein, chronische Erkrankungen wie IBD oder Krebs können jedoch eine fortlaufende Behandlung erfordern.

4. Wie kann ich die Beschwerden bei Tenesmus lindern?

Zur Linderung von Tenesmus können entzündungshemmende Medikamente, Probiotika für die Darmgesundheit, Ernährungsumstellungen und Stressbewältigung eingesetzt werden. Es ist wichtig, einen Arzt zu konsultieren, um die wirksamste Behandlung zu bestimmen.

Fazit

Tenesmus ist ein unangenehmes und belastendes Symptom, das durch verschiedene Grunderkrankungen verursacht werden kann. Durch das Verständnis der möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten können Betroffene dieses Symptom wirksam behandeln. Eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung sind der Schlüssel zur Vermeidung von Komplikationen und zur Verbesserung der Lebensqualität.

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