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Glaukom-Tests
Glaukomtests - Zweck, Durchführung, Ergebnisinterpretation, Normalwerte und mehr
Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen weltweit und entwickelt sich oft ohne erkennbare Symptome, bis erhebliche Schäden entstanden sind. Früherkennung und regelmäßige Überwachung sind für die Behandlung von Glaukom und den Erhalt des Sehvermögens unerlässlich. Glaukomtests sind wichtige Instrumente zur Diagnose und Überwachung der Erkrankung. Sie helfen Ärzten, den Gesundheitszustand des Sehnervs zu beurteilen, den Augeninnendruck (IOD) zu messen und einen durch Glaukom verursachten Sehverlust festzustellen.
Was sind Glaukomtests?
Glaukomtests umfassen eine Reihe von Diagnoseverfahren, mit denen Augenärzte den Gesundheitszustand des Auges, insbesondere des Sehnervs, beurteilen und den Augeninnendruck (IOD) messen können. Ein Glaukom entsteht, wenn der Druck im Auge erhöht ist, was den Sehnerv schädigen und zu Sehverlust führen kann. Regelmäßige Glaukomtests sind für eine frühzeitige Erkennung von entscheidender Bedeutung, da sich die meisten Arten von Glaukom, insbesondere das Offenwinkelglaukom, langsam und ohne Symptome entwickeln.
Es gibt verschiedene Arten von Glaukomtests, die jeweils wichtige Informationen über den Zustand des Auges liefern. Mithilfe dieser Tests können Ärzte feststellen, ob eine Person an Glaukom leidet, den Krankheitsverlauf überwachen und beurteilen, wie gut die Behandlungen wirken.
Häufige Arten von Glaukomtests
- Tonometrie (Test des Augeninnendrucks)
Die Tonometrie ist die am häufigsten durchgeführte Untersuchung zur Messung des Augeninnendrucks. Erhöhter Augeninnendruck (IOD) ist einer der Hauptrisikofaktoren für Glaukom. Es gibt zwei Hauptarten der Tonometrie:
- Berührungslose Tonometrie (Luftstoßtest): Bei dieser Methode wird ein Luftstoß auf das Auge gerichtet, um den Augeninnendruck zu messen. Sie ist schnell, schmerzlos und erfordert keinen direkten Kontakt mit dem Auge.
- Applanationstonometrie nach Goldmann: Dies ist die genaueste Methode zur Messung des Augeninnendrucks. Dabei wird ein spezielles Gerät verwendet, das nach dem Auftragen betäubender Tropfen sanft die Oberfläche des Auges berührt. Dieser Test wird normalerweise im Rahmen einer umfassenden Augenuntersuchung durchgeführt.
- Ophthalmoskopie (Augenhintergrunduntersuchung)
Mithilfe einer Ophthalmoskopie oder einer Augenhintergrunduntersuchung kann der Arzt den Sehnerv auf Anzeichen einer Schädigung untersuchen, die durch erhöhten Augeninnendruck verursacht wird. Bei diesem Test verwendet der Arzt ein spezielles Instrument namens Ophthalmoskop, um in den hinteren Teil des Auges zu schauen. Er untersucht den Sehnervenkopf (den Punkt, an dem der Sehnerv ins Auge eintritt) und sucht nach Anzeichen einer Aushöhlung, die ein Kennzeichen einer durch Glaukom bedingten Nervenschädigung ist.
- Perimetrie (Gesichtsfelduntersuchung)
Bei einem Gesichtsfeldtest wird Ihr peripheres Sehen gemessen und es werden alle blinden Flecken (auch Skotome genannt) erkannt, die bei Patienten mit Glaukom häufig vorkommen. Mit diesem Test lässt sich das Ausmaß des Sehverlusts durch Glaukom beurteilen, da die Krankheit oft zuerst das periphere Sehen beeinträchtigt. Es gibt zwei Hauptarten von Gesichtsfeldtests:
- Automatisierte Perimetrie: Der Patient konzentriert sich auf einen zentralen Punkt, während in verschiedenen Teilen des Sichtfelds Lichter unterschiedlicher Intensität erscheinen. Der Patient reagiert, indem er einen Knopf drückt, wenn er das Licht sieht.
- Konfrontations-Gesichtsfeldtest: Der Arzt bewegt seine Hände vor den Augen des Patienten, um dessen Gesichtsfeld zu prüfen. Obwohl diese Methode nicht so präzise ist wie die automatische Perimetrie, ist sie dennoch eine schnelle Untersuchungsmethode.
- Gonioskopie
Mithilfe der Gonioskopie wird der Abflusswinkel des Auges untersucht, was für die Diagnose von Engwinkelglaukom und Offenwinkelglaukom wichtig ist. Bei diesem Test wird eine spezielle Linse auf das Auge gesetzt, um den Winkel zu sehen, an dem Iris und Hornhaut aufeinandertreffen. Dieser Test hilft festzustellen, ob der Winkel offen oder geschlossen ist, was den Flüssigkeitsfluss im Auge beeinträchtigen und einen erhöhten Augeninnendruck verursachen kann.
- Optische Kohärenztomographie (OCT)
Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist ein nichtinvasives bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Lichtwellen Querschnittsbilder der Netzhaut und des Sehnervs erstellt werden. OCT hilft dabei, frühe Veränderungen der Netzhaut und des Sehnervs zu erkennen, die auf ein Glaukom hinweisen können, oft bevor es zu einem Gesichtsfeldverlust kommt. Dieser Test ist nützlich, um das Fortschreiten des Glaukoms im Laufe der Zeit zu überwachen.
- Pachymetrie
Bei der Pachymetrie wird die Dicke der Hornhaut gemessen, was ein wichtiger Faktor bei der Glaukomuntersuchung ist. Eine dünnere Hornhaut kann das Glaukomrisiko erhöhen, und die Kenntnis der Hornhautdicke hilft Ärzten, die Ergebnisse der Tonometrie genauer zu interpretieren. Dieser Test wird normalerweise mit einem Ultraschallgerät durchgeführt, das die Oberfläche des Auges berührt.
So bereiten Sie sich auf Glaukomtests vor
Die Vorbereitung auf einen Glaukomtest ist normalerweise minimal, dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten:
- Medikamente: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, insbesondere über solche, die den Augendruck beeinflussen können (z. B. Kortikosteroide). Bestimmte Medikamente können die Testergebnisse beeinflussen.
- Dilatierende Tropfen: Bei einer Augenuntersuchung auf Glaukom kann Ihr Arzt Ihre Pupillen erweiternde Tropfen verwenden, um eine bessere Sicht auf den Sehnerv und die Netzhaut zu ermöglichen. Diese Tropfen können verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit verursachen. Daher sollten Sie sich nach der Untersuchung von jemandem nach Hause fahren lassen.
- Komfort: Während die Tests selbst normalerweise schnell und nicht invasiv sind, kann es sein, dass Sie vorübergehend Beschwerden verspüren, beispielsweise einen leichten Druck auf dem Auge während der Tonometrie oder eine leichte Reizung durch die während der Untersuchung verwendeten Tropfen.
Wie werden Glaukom-Testergebnisse interpretiert?
Die Interpretation von Glaukomtestergebnissen erfordert ein gründliches Verständnis Ihrer individuellen Risikofaktoren, Ihrer Familiengeschichte und der Ergebnisse verschiedener Tests. So werden die Ergebnisse einiger der gängigsten Tests interpretiert:
- Tonometrie (Augeninnendruck):
- Normaler Augeninnendruck: 10–21 mmHg. Dies gilt als Normalbereich für den Augeninnendruck.
- Erhöhter Augeninnendruck: Wenn der Augeninnendruck konstant über 21 mmHg liegt, kann dies auf ein erhöhtes Risiko für ein Glaukom hinweisen, ist aber kein eindeutiger Hinweis. Manche Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck entwickeln möglicherweise kein Glaukom, während andere mit normalem Augeninnendruck dennoch an Glaukom erkranken können.
- Ophthalmoskopie:
- Normaler Befund: Ein gesunder Sehnerv ohne Anzeichen einer Aushöhlung oder Beschädigung.
- Abnorme Befunde: Veränderungen der Form des Sehnervenkopfes, wie z. B. eine verstärkte Aushöhlung (ein hohles Aussehen), können auf eine Schädigung des Sehnervs durch Glaukom hinweisen.
- Perimetrie (Gesichtsfelduntersuchung):
- Normale Ergebnisse: Ein Sichtfeld ohne blinde Flecken oder Skotome.
- Abnormale Ergebnisse: Das Vorhandensein von blinden Flecken, insbesondere im peripheren Sehen, kann auf eine Schädigung des Sehnervs durch ein Glaukom hinweisen.
- Gonioskopie:
- Normaler Entwässerungswinkel: Ein offener Winkel, der einen ordnungsgemäßen Flüssigkeitsabfluss ermöglicht und einen normalen Augeninnendruck aufrechterhält.
- Abnormaler Abflusswinkel: Ein enger oder geschlossener Winkel kann zu Flüssigkeitsansammlungen im Auge führen, was den Augeninnendruck erhöht und zu einem Glaukom führen kann.
- Optische Kohärenztomographie (OCT):
- Normale Ergebnisse: Keine signifikante Ausdünnung der Netzhaut oder der Sehnervenfasern.
- Abnormale Ergebnisse: Eine Ausdünnung oder Schädigung des Sehnervs oder der Netzhaut kann auf ein frühes Stadium eines Glaukoms hinweisen.
- Pachymetrie:
- Normale Hornhautdicke: 530-550 Mikrometer.
- Dünne Hornhaut: Eine Hornhautdicke von weniger als 500 Mikrometer kann das Glaukomrisiko erhöhen und die Genauigkeit der Tonometriemessungen beeinträchtigen.
Risikofaktoren für Glaukom
Mehrere Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Glaukom zu erkranken, darunter:
- Alter: Menschen über 60 sind einem höheren Risiko ausgesetzt, insbesondere Afroamerikaner über 40.
- Familiengeschichte: Wenn Glaukom in der Familie vorkommt, erhöht sich das Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken.
- Ethnische Herkunft: Afroamerikaner, Hispanics und Asiaten haben ein höheres Risiko, an bestimmten Arten von Glaukom zu erkranken.
- Hoher Augeninnendruck (IOD): Ein erhöhter Augeninnendruck ist der wichtigste Risikofaktor für ein Glaukom.
- Andere Erkrankungen: Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Kurzsichtigkeit erhöhen das Glaukomrisiko.
10 häufig gestellte Fragen zu Glaukomtests
1. Was ist Glaukom und warum sind regelmäßige Glaukomtests wichtig?
Glaukom ist eine Gruppe von Augenkrankheiten, die den Sehnerv schädigen, oft aufgrund von erhöhtem Augeninnendruck. Regelmäßige Tests sind für eine Früherkennung von entscheidender Bedeutung, da Glaukom im Frühstadium normalerweise keine Symptome aufweist. Eine frühzeitige Diagnose hilft, einen irreversiblen Sehverlust zu verhindern.
2. Wie wird der Augeninnendruck gemessen?
Der Augeninnendruck (IOD) wird üblicherweise mit einer Tonometrie gemessen. Zu den gängigsten Methoden gehören der Air-Puff-Test (berührungslose Tonometrie) und die Goldmann-Applanationstonometrie, bei der die Oberfläche des Auges mit einem speziellen Gerät sanft berührt wird.
3. Welche Bedeutung hat die Gesichtsfelduntersuchung in der Glaukomdiagnostik?
Der Gesichtsfeldtest dient zur Erkennung blinder Flecken oder Sehverlust, die bei Glaukom auftreten können. Da Glaukom häufig zuerst das periphere Sehen beeinträchtigt, ist dieser Test entscheidend, um Schäden am Sehnerv im Frühstadium der Krankheit zu erkennen.
4. Was sagt eine Untersuchung des Sehnervs über ein Glaukom aus?
Bei einer Untersuchung des Sehnervs (Ophthalmoskopie) untersucht der Arzt den Sehnerv auf Anzeichen einer Schädigung. Bei einem Glaukom kann der Sehnerv aufgrund des erhöhten Augeninnendrucks, der die Nervenfasern schädigt, „hohl“ oder ausgehöhlt erscheinen.
5. Sind Glaukomtests schmerzhaft?
Die meisten Glaukomtests sind nicht invasiv und schmerzlos. Einige Personen können jedoch leichte Beschwerden verspüren, wie z. B. einen Luftstoß während der Tonometrie oder eine leichte Reizung durch die erweiternden Augentropfen. Diese Empfindungen sind normalerweise vorübergehend.
6. Wie oft sollte ich einen Glaukomtest machen?
Die Häufigkeit von Glaukomtests hängt von Ihrem Alter, Ihren Risikofaktoren und davon ab, ob Glaukom in Ihrer Familie vorkommt. Im Allgemeinen sollten Erwachsene über 40 alle zwei Jahre eine Augenuntersuchung durchführen lassen, aber bei Personen mit höherem Risiko können häufigere Tests erforderlich sein.
7. Kann Glaukom durch Tests verhindert werden?
Einem Glaukom kann man nicht vorbeugen, aber eine frühzeitige Erkennung durch regelmäßige Augenuntersuchungen kann helfen, einen Sehverlust zu verhindern. Bei einer frühzeitigen Diagnose kann ein Glaukom oft mit Medikamenten oder einer Operation behandelt werden, um den Augeninnendruck zu senken und das Sehvermögen zu erhalten.
8. Wie lange dauert ein Glaukomtest?
Ein typischer Glaukomtest dauert je nach Anzahl der durchgeführten Tests etwa 30 Minuten bis eine Stunde. Der Gesichtsfeldtest kann länger dauern, wenn er automatisiert ist, da Sie sich dabei auf einen zentralen Punkt konzentrieren und auf visuelle Reize reagieren müssen.
9. Sind mit Glaukomtests Risiken verbunden?
Glaukomtests sind im Allgemeinen sicher und weisen nur minimale Risiken auf. Einige Tests können vorübergehende Beschwerden verursachen, wie etwa leichte Reizungen oder Lichtempfindlichkeit durch die augenerweiternden Tropfen. Ernsthafte Komplikationen sind selten.
10. Was soll ich tun, wenn mein Glaukomtest abnormale Ergebnisse liefert?
Wenn Ihre Glaukomtestergebnisse abnormal sind, wird Ihr Arzt die nächsten Schritte besprechen, die weitere Tests, Medikamente oder Behandlungsmöglichkeiten umfassen können. Eine frühzeitige Behandlung kann dazu beitragen, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und weiteren Sehverlust zu verhindern.
Fazit
Glaukomtests sind wichtige Instrumente zur Diagnose und Überwachung von Glaukom, einer Augenerkrankung, die unbehandelt zu irreversiblem Sehverlust führen kann. Regelmäßige Tests sind für eine Früherkennung unerlässlich, insbesondere da viele Arten von Glaukom erst dann Symptome zeigen, wenn erhebliche Schäden aufgetreten sind. Wenn Sie die verschiedenen Arten von Glaukomtests und ihre Bedeutung verstehen, können Sie proaktiv Maßnahmen zum Schutz Ihres Sehvermögens ergreifen. Wenn bei Ihnen ein Glaukomrisiko besteht, ist es wichtig, regelmäßige Augenuntersuchungen durchzuführen, um die Krankheit frühzeitig zu erkennen und wirksam zu behandeln.
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