Entscheidungen über das optimale chirurgische Verfahren für den Primärtumor (d. h. Gliedmaßenerhalt oder Amputation) erfordern eine MDT-Diskussion unter Berücksichtigung der Tumorgröße und der Beteiligung anatomischer Strukturen, der Reaktion auf neoadjuvante Therapien und der Patientenpräferenz. Die chirurgische Rekonstruktion kann von der Wahl des Patienten und des Chirurgen beeinflusst werden und sollte einer offenen Diskussion der Risiken und Vorteile der verfügbaren Optionen und der erwarteten funktionellen Ergebnisse folgen.
Die Operation bei Knochensarkomen erfolgt in 3 Schritten.
- Resektion des Tumors mit ausreichenden Rändern.
- Rekonstruktion des Knochendefekts, der durch die Entfernung des Tumors entstanden ist.
- Rekonstruktion des Weichgewebes und Weichteilausgleich, um eine frühzeitige Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit zu ermöglichen.
Ziel der kurativen Chirurgie ist die Entfernung des gesamten Tumors mit ausreichenden Rändern. Wenn möglich, sollte eine breite En-bloc-Resektion des betroffenen Knochenteils und des betroffenen Weichteilgewebes durchgeführt werden. Enge chirurgische Ränder können mit (MRT-inerten) Clips markiert werden, die im Operationsfeld platziert werden. Bei Knochensarkomen sollte die Operation, soweit möglich, die Entfernung aller anatomischen Strukturen umfassen, die zum ursprünglichen Tumorvolumen vor der Chemotherapie gehörten. Die Probe sollte so ausgerichtet sein, dass der Pathologe die anatomische Lage und Dicke der chirurgischen Ränder beschreiben kann.
Die Knochenrekonstruktion nach der Entfernung des Tumors kann je nach Lage des Tumors und Alter des Patienten biologisch oder nicht-biologisch erfolgen. Bei nicht-biologischen Rekonstruktionen wird eine Tumormegaprothese verwendet, die eine sofortige Wiederherstellung der Funktion nach der Operation ermöglicht. Bei der biologischen Rekonstruktion werden Allograft-Knochen oder Autograft-Knochen verwendet, wobei der Knochen entfernt, durch eine einzelne hochdosierte Strahlendosis von Tumorzellen befreit und nach Stabilisierung mit geeigneten Implantaten wieder an seinen Platz zurückverpflanzt werden kann.