Der Begriff „entzündliche Darmerkrankung“ (IBD) umfasst zwei chronische Haupterkrankungen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Dabei handelt es sich um Autoimmunerkrankungen, die durch eine chronische Entzündung des Magen-Darm-Trakts gekennzeichnet sind. Obwohl sie einige Gemeinsamkeiten aufweisen, betreffen sie unterschiedliche Teile des Verdauungssystems.
Morbus Crohn kann jeden Teil des Magen-Darm-Trakts vom Mund bis zum After befallen, betrifft aber am häufigsten das Ende des Dünndarms und den Anfang des Dickdarms. Colitis ulcerosa hingegen beschränkt sich auf Dickdarm und Mastdarm. Beide Erkrankungen können schweren Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit und Gewichtsverlust verursachen.
Die genaue Ursache von IBD ist unbekannt, aber man geht davon aus, dass sie auf ein komplexes Zusammenspiel zwischen Genetik, Immunsystem und Umweltfaktoren zurückzuführen ist. IBD kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber oft im jungen Erwachsenenalter.
Verwaltung
- Ernährungsumstellungen:
- Trigger-Lebensmittel erkennen und vermeiden
- Erwägen Sie spezielle Diäten wie die spezielle Kohlenhydratdiät oder die FODMAP-arme Diät unter ärztlicher Aufsicht
- Sorgen Sie für ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
- Stressbewältigung:
- Entspannungstechniken üben
- Erwägen Sie eine kognitive Verhaltenstherapie
- Treiben Sie regelmäßig Sport, soweit Sie es vertragen
Medikamente
- Die Art der Medikamente, die Sie einnehmen, hängt von Ihren Symptomen und dem betroffenen Bereich Ihres Dickdarms ab:
- Entzündungshemmende Medikamente: Dies sind oft die ersten Schritte bei leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa. Beispiele hierfür sind Aminosalicylate wie Mesalamin, Balsalazid und Olsalazin.
- Kortikosteroide: Dies sind starke entzündungshemmende Steroide, die in hohen Dosen verabreicht und dann reduziert werden. Sie sollten aufgrund schwerer Nebenwirkungen nur kurzfristig angewendet werden.
- Immunmodulatoren: Diese blockieren die Immunreaktion, die zur Entzündung führt. Beispiele hierfür sind Azathioprin und 6-Mercaptopurin.
- Biologika: Diese blockieren die Chemikalien des Immunsystems, die Entzündungen auslösen. Beispiele sind Remicade, Inflectra, Humira, Cimzia, Entyvio, Stelara und Xeljanz.
Chirurgie
Dies kann durchgeführt werden, um stark betroffene Bereiche des Darms zu entfernen oder zu erweitern. Normalerweise wird dies in Betracht gezogen, wenn andere Behandlungen fehlgeschlagen sind.
Prävention
Obwohl IBD nicht völlig verhindert werden kann, können verschiedene Strategien dazu beitragen, das Risiko zu senken oder die Erkrankung in den Griff zu bekommen:
- Pflegen Sie einen gesunden Lebensstil:
- Regelmäßiges Training
- Ausgewogene Ernährung reich an Obst, Gemüse und magerem Eiweiß
- Ausreichender Schlaf
- Vermeiden Sie bekannte Auslöser:
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um problematische Lebensmittel zu identifizieren
- Stress effektiv bewältigen
- Rauchen Sie nicht: Rauchen ist bei Morbus Crohn besonders schädlich
- Erwägen Sie eine Vitamin-D-Ergänzung: Einige Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und IBD hin
- Probiotika: Kann zur Aufrechterhaltung der Remission beitragen, insbesondere bei Colitis ulcerosa
- Regelmäßige Vorführungen: Koloskopien zur Überwachung der Krankheitsaktivität und zur Früherkennung von Dickdarmkrebs
Selbsthilfegruppen: Der Kontakt zu anderen IBD-Patienten kann emotionale Unterstützung und praktische Tipps bieten
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